Sun, 04. Dec 2022 - 19:00

Dmitry Sitkovetsky, Violine
Hartmut Rohde, Bratsche
David Geringas, Cello

Gefördert durch:

Bach - Sitkovetsky - Sinfonien BWV 787-801
Beethoven - Serenade op. 8

Dmitry Sitkovetsky wurde im aserbaidschanischen Baku geboren, wuchs aber zunächst in Moskau auf. Er studierte am dortigen Konservatorium, emigrierte 1977 in die USA und setzte seine Ausbildung an der New Yorker Juilliard School fort. Seit 1987 lebt er mit seiner Frau Susan und der gemeinsamen Tochter Julia in London.

Sitkovetsky gehört zu der seltenen Künstlerspezies, die sich mit Erfolg auf vielen Gebieten betätigt. Als Geiger arbeitet er mit den weltbesten Orchestern zusammen. Auch ist er bei den Salzburger Festspielen sowie bei den Festivals von Luzern, Edinburgh, Verbier und Istanbul sowie bei dem Festival Georges Enescu aufgetreten; auserdem gehort er zu den Initiatoren des 2003 gegrundeten Tuscan Sun Festival.

Wahrend der letzten Jahre hat Sitkovetsky auch als Dirigent eine florierende Karriere aufgebaut. Seit 2003 ist er Musikalischer Direktor des Greensboro Symphony Orchestra und Erster Gastdirigent des Russischen Nationalorchesters. Im Marz 2006 wurde er Artist-in-Residence beim spanischen Orquesta Sinfonica de Castilla y Leon. Ferner ist er Grundungsdirektor des Kammerorchesters New European Strings (NES).

Seit Dmitry Sitkovetsky vor zwanzig Jahren eine erfolgreiche Bearbeitung der Bach’schen Goldberg-Variationen für Streichtrio herausgebracht hat, sind weitere Arrangements nach Haydn, Beethoven, Brahms, Dohnanyi, Bartok, Tschaikowsky, Schostakowitsch, Strawinsky und Schnittke entstanden – zumeist für Streichorchester.

Dmitri Sitkovetsky ist ein rühriger, vielseitiger Studiokünstler und hat eine umfangreiche Diskographie vorzuweisen, die ihn mit sämtlichen großen Violinkonzerten und zahlreichen Kammermusiken sowie als Dirigent verschiedener Orchesterwerke präsentiert. Die CDs der letzten Jahre spiegeln Sitkovetskys zunehmende Auseinandersetzung mit zeitgenossischen Komponisten. Er hat die Violinkonzerte uraufgefuhrt, die John Casken (1995) und Krzystof Meyer (2000) fur ihn komponiert haben, und er spielt haufig Musik von Dutilleux, Penderecki, Schnittke, Part, Vasks und Schtschedrin, der mehrere Werke fur den Geiger und Dirigenten Sitkovetsky geschrieben hat.

Hartmut Rohde wurde 1993 als Professor für Viola an die Universität der Künste Berlin berufen. Daneben ist er Ehrenmitglied der Royal Academy of Music London, wo er regelmäßig Kammermusikkurse gibt. Hartmut Rohde ist Gründungsmitglied des Mozart Piano Quartet, dass seit vielen Jahren zu den weltweit führenden Klavierkammermusikensembles gehört. Sein Studium führte ihn mit Prof. Hatto Beyerle in Wien und Hannover zusammen. Auszeichnungen in Wettbewerben (Erster Preis Deutscher Musikwettbewerb sowie Bundesauswahl „Konzerte junger Künstler“ 1990 und Preisträger Internationaler Naumburg Wettbewerb New York 1991) waren die Basis für die intensive internationale Konzerttätigkeit von Hartmut Rohde. Danach führten ihn Tourneen solistisch und später mit seinen Ensembles regelmäßig durch Europa, in die USA, nach Kanada, Australien, Asien sowie in die GUS. Ein Hauptinteresse liegt für ihn in der historischen Hinterfragung der verschiedenen Stilrichtungen, der Wirkung der rhetorischen Musiksprache des Barock und der Klassik hinein in die Romantik. Perspektiven und neues Erleben im musikalischen Dialog sind Grundlage der Interpretationen. 1991 legte er seine eigene Bearbeitung des Violakonzerts von Béla Bartok nach dessen Szizzen vor, deren weitere Überarbeitung 2010 in Baden-Baden ihre Erstaufführung erfuhr. Darüber hinaus war er Solist der Ersteinspielung des Violakonzertes von F. A. Hoffmeister in der Fassung von Franz Beyer. Als Solist trat Hartmut Rohde unter anderem mit der Staatskapelle Weimar, dem Beethoven Orchester Bonn, den Bremer Philharmonikern, der NDR-Radiophilharmonie Hannover, der Nordwestdeutschen Philharmonie Rostock, den Lithauischen Philharmonikern, der Philharmonie Baden-Baden, sowie den Dresdener Kapellsolisten auf. Zum Haydn-Jahr 2009 unternahmen Hartmut Rohde mit dem Geringas Baryton-Trio Tourneen in Deutschland, Polen, Italien und den USA mit den für den Fürsten Esterházy geschriebenen „Baryton-Trios“. Mit Viviane Hagner, Latica Honda-Rosenberg und Jens-Peter Maintz schließt sich Hartmut Rohde ab 2011 zum Joachim Quartett Berlin zusammen – ein Streichquartett, das sich thematisch bewusst an die große Tradition des alten Joachim Quartetts von 1869 anlehnt. Als Dirigent arbeitet er u.a. mit dem Wroclaw Kammerorchester LEOPOLDINUM zusammen. Als gefragter Dozent ist er bei internationalen Meisterkursen in Europa, den USA und Australien sowie Asien tätig. Seine Studenten erhielten Preise bei mehreren internationalen Solo- und Kammermusikwettbewerben und haben unter anderem Stellen bei den Berliner- und Münchner Philharmonikern, der Staatsoper Berlin, der BBC London, dem HR und der Semperoper Dresden erhalten. Er ist seit 1997 künstlerischer Leiter des internationalen Max-Rostal-Wettbewerbs für Violine und Viola in Berlin und Juror namhafter Wettbewerbe, zum Beispiel dem Internationalen Wettbewerb der ARD in München.

Der in Vilnius/Litauen geborene Cellist und Dirigent David Geringas zählt zur Musiker-Elite der Gegenwart. Ein ungewöhnlich breites Repertoire vom frühesten Barock bis zur zeitgenössischen Musik zeugt von der Flexibilität und Neugierde des Künstlers. Seine intellektuelle Strenge, seine stilistische Vielseitigkeit, sein melodisches Sentiment und seine Klangsinnlichkeit haben ihm Auszeichnungen auf der ganzen Welt eingebracht.
Der Rostropovich Schüler und Gewinner des 1. Preises und der Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb (1970) kann nunmehr auf eine jahrzehntelange Karriere zurückblicken. David Geringas musizierte weltweit mit vielen bedeutenden Orchestern und mit den größten Dirigenten unserer Zeit. Seine annähernd 120 CDs umfassende Diskographie bietet zahlreiche Aufnahmen, die mit Schallplattenpreisen hohen Ranges ausgezeichnet wurden, darunter den Grand Prix du Disque, den Diapason d´Or d´Année und den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. David Geringas ist in den Jahren 2013 und 2014 mit dem “Echo Klassik” ausgezeichnet worden. Ein Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit zeigt sich in den regelmäßigen Veröffentlichungen von herausragenden CD-Einspielungen. Namhafte zeitgenössische Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Ned Rorem, Peteris Vasks und Erkki-Sven Tüür haben David Geringas Cello-Konzerte gewidmet. Viele Werke der russischen und litauischen Avantgarde führte er als erster Musiker im Westen auf.
Der Dirigent David Geringas ist regelmäßig auf Podien im In- und Ausland vertreten und hier häufig auch in zweifacher Funktion als Cellist und Dirigent zu erleben. Neben den Hochburgen der west- und osteuropäischen Musikzentren, führen ihn Einladungen ebenso nach Asien und den USA.
David Geringas war Professor an den Musikhochschulen Hamburg (1977 bis 1986), Lübeck (1980 bis 2000) und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin (2000 bis 2009). Er hat viele Jahrzehnte eine weltweit gefeierte Celloklasse geführt, aus der Cellostars wie u.a. Gustav Rivinius, Jens Peter Maintz, Wolfgang Emanuel Schmidt, Monika Leskovar, Tatjana Vassilieva, Jing Zhao, Johannes Moser, Maximilian Hornung und Sol Gabetta hervorgegangen sind.
Für sein weltweites Engagement für litauische Musik und ihre Komponisten erhielt David Geringas höchste Auszeichnungen seines Landes. Für seine Gesamtleistungen als Musiker und Botschafter des Kulturstaates Deutschland in der internationalen Musikszene und in der ganzen Welt wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

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