Junge internationale Teilnehmer präsentieren berühmte Werke der Violinliteratur
Die kanadisch-amerikanische Geigerin Christel Lee gewann 2015 den ersten Preis beim Internationalen Jean-Sibelius-Violinwettbewerb in Helsinki und war damit die erste nordamerikanische Preisträgerin in der fünfzigjährigen Geschichte des Wettbewerbs. Im Dezember desselben Jahres wurde sie eingeladen, mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Chefdirigent John Storgårds auf einer Tournee nach Birmingham und Dublin aufzutreten, die das 150. Jubiläum von Jean Sibelius‘ Geburt feierte. Ihrem Erfolg in Helsinki gingen zahlreiche Auszeichnungen voraus, darunter der zweite Preis und der Publikumspreis beim Internationalen ARD-Wettbewerb 2013 in München. Ihre Interpretationen wurden von der Kritik für ihre Intensität, technische Präzision und emotionale Tiefe hochgelobt. Als Solistin trat Christel Lee mit renommierten Orchestern wie dem Finnish Radio Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Korean Symphony, dem KBS Symphony Orchestra, dem Vancouver Symphony Orchestra, der Tokyo Philharmonic und dem SWR Symphonieorchester Stuttgart auf. Neben ihrer solistischen Karriere ist sie eine leidenschaftliche Kammermusikerin und arbeitet regelmäßig mit führenden Künstler:innen ihrer Generation zusammen. Sie wird regelmäßig zu Festivals in Europa, Asien und Nordamerika eingeladen. Zu ihren jüngsten Höhepunkten zählt die Uraufführung des neu in Auftrag gegebenen Doppelkonzerts für Violine und Violoncello des finnischen Komponisten Kalevi Aho, das für sie und den Cellisten Jonathan Roozeman geschrieben wurde. Christel Lee, deren Familie koreanische Wurzeln hat, wurde in Bloomington geboren und begann im Alter von fünf Jahren in Vancouver, Kanada, mit dem Geigenspiel. Später zog sie nach New York City, besuchte die Professional Children’s School und schloss 2011 ihr Studium an der Juilliard School ab. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung an der Kronberg Academy und an der Hochschule für Musik und Theater München bei Ana Chumachenco fort. Neben ihrer Tätigkeit als Musikerin engagiert sich Lee intensiv in der Musikpädagogik und Nachwuchsförderung. Seit 2024 ist sie Professorin für Violine an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Sie spielt eine Violine von Carlo Ferdinando Landolfi aus dem Jahr 1770, die ihr großzügig aus einer privaten Sammlung zur Verfügung gestellt wird.
Dmitry Sitkovetsky wurde im aserbaidschanischen Baku geboren, wuchs aber zunächst in Moskau auf. Er studierte am dortigen Konservatorium, emigrierte 1977 in die USA und setzte seine Ausbildung an der New Yorker Juilliard School fort. Seit 1987 lebt er mit seiner Frau Susan und der gemeinsamen Tochter Julia in London. Sitkovetsky gehört zu der seltenen Künstlerspezies, die sich mit Erfolg auf vielen Gebieten betätigt. Als Geiger arbeitet er mit den weltbesten Orchestern zusammen. Auch ist er bei den Salzburger Festspielen sowie bei den Festivals von Luzern, Edinburgh, Verbier und Istanbul sowie bei dem Festival Georges Enescu aufgetreten; auserdem gehort er zu den Initiatoren des 2003 gegrundeten Tuscan Sun Festival. Wahrend der letzten Jahre hat Sitkovetsky auch als Dirigent eine florierende Karriere aufgebaut. Seit 2003 ist er Musikalischer Direktor des Greensboro Symphony Orchestra und Erster Gastdirigent des Russischen Nationalorchesters. Im Marz 2006 wurde er Artist-in-Residence beim spanischen Orquesta Sinfonica de Castilla y Leon. Ferner ist er Grundungsdirektor des Kammerorchesters New European Strings (NES). Seit Dmitry Sitkovetsky vor zwanzig Jahren eine erfolgreiche Bearbeitung der Bach’schen Goldberg-Variationen für Streichtrio herausgebracht hat, sind weitere Arrangements nach Haydn, Beethoven, Brahms, Dohnanyi, Bartok, Tschaikowsky, Schostakowitsch, Strawinsky und Schnittke entstanden – zumeist für Streichorchester. Dmitri Sitkovetsky ist ein rühriger, vielseitiger Studiokünstler und hat eine umfangreiche Diskographie vorzuweisen, die ihn mit sämtlichen großen Violinkonzerten und zahlreichen Kammermusiken sowie als Dirigent verschiedener Orchesterwerke präsentiert. Die CDs der letzten Jahre spiegeln Sitkovetskys zunehmende Auseinandersetzung mit zeitgenossischen Komponisten. Er hat die Violinkonzerte uraufgefuhrt, die John Casken (1995) und Krzystof Meyer (2000) fur ihn komponiert haben, und er spielt haufig Musik von Dutilleux, Penderecki, Schnittke, Part, Vasks und Schtschedrin, der mehrere Werke fur den Geiger und Dirigenten Sitkovetsky geschrieben hat.